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Forward Pricing: Warum werden manche Fonds erst zwei Tage später abgerechnet?

Mit dem Forward Pricing – d. h. mit dem späteren Abrechnen der Order – stellt die Fondsgesellschaft sicher, dass jeder Anleger dieselben Voraussetzungen für seine Aufträge hat und Informationsvorsprünge nicht genutzt werden können. Ein gut informierter Anleger könnte aus Kursen, die an bereits geschlossenen Börsen gestellt worden sind, auf die Preisentwicklung des Fonds schließen und sich dieses Wissen zunutze machen. Aus diesem Grund werden beim Forward Pricing Preise der Fondspreisberechnung zugrunde gelegt, die der Anleger zum Zeitpunkt der Auftragserteilung nicht kennt. Dieser Kauf- bzw. Verkaufspreis des Investmentfondsanteils wird in diesen Fällen daher i. d. R. erst am nächsten Börsentag festgestellt. Bei Fonds, die in andere Fonds investieren, wie z.B. bei den Stratego-Fonds, erfolgt die Abrechnung erst am übernächsten Börsentag, da sich hier der zeitliche Vorsprung entsprechend verlängert. So wird sichergestellt, dass ein Informationsvorteil aufgrund der – von der deutschen Börse abweichenden – Tagesschlusskurse der Börsen in den USA oder Fernost nicht ausgenutzt werden kann.

Als Beispiel

Die tägliche Fondspreisberechnung basiert auf den Börsenkursen von etwa 13:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sind die Börsen in den USA und in Japan bereits geschlossen.
Daraus ergeben sich folgende Bewertungszeitpunkte für

  • die Börse in den USA: Schlusskurse des Vortages und
  • die Börse in Tokio: Schlusskurse des gleichen Tages (Börsenschluss ist bereits um 7:00 Uhr). Diese Kurse wären bei der Ermittlung des Fondspreises bereits bekannt und könnten informierte Anleger einen Vorteil verschaffen.


Diese Maßnahmen hat jede Fondsgesellschaft zu treffen und wird dahingehend durch die Wirtschaftsprüfer von der BaFin überwacht. Das Forward Pricing gilt also für alle Fonds, die in Regionen außerhalb Europas investieren können. Eine Einzelübersicht über die Auftragsannahmezeiten finden Sie hier.

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